Toulouse: Terrorverdächtiger schießt in Wohnung um sich
In Toluouse hat die Polizei einen Verdächtigen gestellt, der der Serienmörder von Südfrankreich sein soll. Der 24-jährige Mann hat sich in seinem Haus im Viertel la Croix-Daurade verschanzt und schießt um sich. Die Eliteeinheit RAID umzingelte am frühen Morgen das Haus, es folgte ein heftiger Schusswechsel. Der Verdächtige schoss durch die Tür, als er die Polizisten bemerkte. Zwei oder drei Beamte wurden verletzt, einer am Knie, ein anderer erlitt einen Streifschuss.
Die Verhandlungen mit dem Mann dauern noch an. Er soll sich "Mohamed" nennen und als "Mudschahedin" bezeichnen und selbst erklärt haben, er sei Al-Qaida-Mitglied. Grund für die Taten sei, dass er „palästinensische Kinder rächen“ und die französische Armee angreifen habe wollen. Der Verdächtige habe Verbindungen zu Salafisten- und Dschihadisten-Gruppen. Medienberichten zufolge hat er möglicherweise Helfer gehabt.
Journalisten vor Ort berichteten, eine Detonation sei zu hören gewesen. Der französische Innenminister Claude Guéant erklärte, der Mann wolle sich am Nachmittag den Behörden stellen. Zuvor hatte er eine Schusswaffe aus dem Fenster geworfen. Er verfüge aber noch über weitere Waffen, nach eigenen Angaben eine Kalaschnikow und eine Uzi sowie mehrere Feuerwaffen.
Er sei der Täter, der drei Soldaten sowie einen Lehrer und drei Kinder einer jüdischen Schule erschossen habe. Die Justiz wolle ihn lebend festnehmen und vernehmen. „Dieser Mann hat bereits mehrere Straftaten auf französischem Boden begangen, einige mit Gewalt (...) Er spricht viel, er ist dabei, seinen gesamten kriminellen Weg zu erzählen“, berichtete Guéant. Der Mann habe mehrfach mit den automatischen Militärwaffen um sich gefeuert.
Medienberichten zufolge soll die Wohnung in Kürze gestürmt werden. Das Mehrfamilienhaus, in dem der Verdächtige sich verschanzt hat, soll evakuiert werden.
Laut Polizei ist der Verdächtige in der Vergangenheit in die Unruhegebiete an der pakistanisch-afghanischen Grenze gereist. Er zähle zu „den Leuten, die aus Kampfgebieten zurückkommen und immer die Geheimdienste beunruhigen“. Aus Ermittlerkreisen hieß es, der 24-Jährige sei bereits in der südafghanischen Stadt Kandahar vorübergehend festgenommen worden.
Auch die Mutter des Verdächtigen sei zum Ort des Einsatzes gerufen worden. Sie habe aber nicht mit ihrem Sohn sprechen wollen und dies damit begründet, dass sie kaum Einfluss auf ihn habe. Der Bruder des Verdächtigen wurde inzwischen festgenommen. Einem Bericht von "n-tv" zufolge ist auch seine Freundin festgenommen worden.
Wohngebiet abgeriegelt
Sicherheitskräfte mit schusssicheren Westen und Helmen riegelten das Wohngebiet ab, das nicht sehr weit von der jüdischen Schule entfernt ist, vor der am Montagmorgen ein Lehrer und drei Kinder erschossen worden waren. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft waren „mehrere Einsätze“ gleichzeitig im Raum Toulouse im Gange. Am Montagmorgen waren vor der jüdischen Schule im südfranzösischen Toulouse drei Kinder und ein Lehrer erschossen worden. Am Donnerstag hatte in Montauban, 50 Kilometer von Toulouse entfernt, offenbar derselbe Täter zwei Fallschirmjäger erschossen. Bei seinem ersten Angriff am 11. März hatte der Täter in Toulouse einen Fallschirmjäger in Zivil getötet. Der Unbekannte trug immer einen Motorrad-Helm und blieb deshalb unerkannt.
Inzwischen traf die Maschine mit den vier Opfern des Angriffs vom Montag in Israel ein, wo die Toten beigesetzt werden sollen. Das Flugzeug der Gesellschaft El Al landete am frühen Morgen in Tel Aviv. An Bord war neben rund 50 Angehörigen auch Frankreichs Außenminister Alain Juppé. Die Opfer sollten am Morgen in Jerusalem beigesetzt werden.
Spur im Internet
Der Verdächtige von Toulouse soll bereits im Zusammenhang mit den vorhergegangenen Angriffen in Toulouse und Montauban im Visier der Fahnder gewesen sein. Offenbar kam die Polizei ihm durchs Internet auf die Spur.
Das erste Opfer war mit seinem mutmaßlichen Mörder über eine Internet-Verkaufs-Plattform in Kontakt getreten, berichtete der TV-Nachrichtensender BFM unter Berufung auf Polizeikreise. Das Opfer hatte sein Motorrad verkaufen wollen und die geringe Kilometerleistung mit längeren beruflichen Auslandseinsätzen als Soldat erklärt. Der Täter hatte mit ihm per Mail einen Treffpunkt vereinbart. Die von Polizeiermittlern identifizierte IP-Adresse gehörte zu einem Computer, der dem Bruder des Tatverdächtigen gehört.
Zudem soll ein Yamaha-Händler demnach berichtet haben, dass ein Kunde sich ein paar Tage zuvor informiert habe, wie man den Chip für die Satelliten-Verfolgung des Motorrollers deaktivieren könne. Der Täter war mit einem Motorroller dieser Marke unterwegs gewesen.
Explosion in Paris
Am Morgen explodierte außerdem ein Sprengsatz vor der indonesischen Botschaft in Paris. Dabei sei niemand verletzt worden, hieß es aus einer Polizeiquelle. Nach ersten Erkenntnissen der Fahnder sahen Zeugen drei Männer, die ein Paket in der Nähe des Gebäudes im 16. Arrondissement der französischen Hauptstadt ablegten.
Ein Mitarbeiter der Botschaft habe das Paket genommen und es einige Meter weggetragen, bevor er davongerannt sei. Kurz darauf sei die selbstgebaute Bombe explodiert. Es habe erhebliche Schäden gegeben.
Auch in Paris ist ein Großaufgebot an Polizisten vor Ort. Ob es Verbindungen zur Mordserie gibt, ist noch unklar.
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| Kategorie: Meine Artikel | Hinzugefügt von: semenivanov88 (21.03.2012)
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